Überblick über Thailands Visabefreiungspolitik
Thailands Visabefreiungspolitik, auch bekannt als visumfreie Einreise, soll Kurzaufenthalte zu touristischen Zwecken, Geschäftsreisen, dringenden Arbeiten oder kurzfristigen Erledigungen erleichtern. Auch nach dem 15. Dezember 2025 ist sie ein zentraler Bestandteil des thailändischen Einwanderungssystems und ermöglicht berechtigten Reisenden die Einreise ohne vorherige Visumbeantragung. Mitte 2024 wurde die Regelung erweitert, um weitere Nationalitäten und längere Aufenthaltsdauern einzuschließen und so den Tourismus nach der Pandemie anzukurbeln. Seit 2025 werden die Bestimmungen jedoch verstärkt kontrolliert, um Missbrauch, beispielsweise durch digitale Nomaden oder Personen, die die Visabefreiung für Langzeitaufenthalte ohne gültiges Visum nutzen, zu verhindern. Insgesamt ist die Regelung für echte Kurzaufenthalte reisefreundlich, beinhaltet aber nun mehr bürokratische Hürden vor der Einreise und verstärkte Kontrollen an den Grenzen, um die Einhaltung der Bestimmungen zu gewährleisten.

Anspruchsberechtigung und Aufenthaltsdauer
Staatsangehörige von 93 Ländern und Gebieten können visumfrei einreisen. Diese Liste umfasst die meisten europäischen Länder, viele Staaten im asiatisch-pazifischen Raum, Amerika und einige weitere. Beispiele hierfür sind unter anderem die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Australien, Kanada, Japan, Deutschland, Frankreich, Südkorea, Singapur und Brasilien. Die vollständige Liste kann auf den offiziellen Webseiten der thailändischen Botschaft oder der Einwanderungsbehörden eingesehen werden, da sie auch bilaterale Abkommen mit unterschiedlicher Laufzeit (z. B. bis zu 90 Tage für Länder wie Argentinien oder Russland im Rahmen spezifischer Abkommen) enthalten kann.
Berechtigte Reisende dürfen sich pro Einreise bis zu 60 Tage im Land aufhalten. Dies gilt für Einreisen auf dem Luft-, Land- und Seeweg, wobei die Einreise auf dem Land- und Seeweg strengeren Kontrollen unterliegt. Für die Einreise auf dem Luftweg gibt es keine feste Obergrenze, die Einreise auf dem Land- und Seeweg ist jedoch für Inhaber von Pässen ohne Diplomatenstatus auf zwei pro Kalenderjahr beschränkt. Die Einwanderungsbehörden prüfen jeden Einreisefall einzeln, und ein Missbrauchsmuster (z. B. mehr als zwei Visumsverlängerungen ohne triftigen Grund) kann zur Ablehnung führen.
Anforderungen vor der Ankunft
Ab Juni 2025 benötigen alle visumfreien Reisenden vor Reiseantritt eine elektronische Reisegenehmigung (ETA). Die kostenlose Online-Registrierung erfolgt über das thailändische E-Visa-Portal und dauert in der Regel etwa eine Stunde. Erforderliche Dokumente sind ein gültiger Reisepass (mindestens sechs Monate gültig), die Flugbestätigung, ein Nachweis über die Unterkunft und ein Nachweis über ausreichende finanzielle Mittel (mindestens 10.000 THB pro Person bzw. 20.000 THB pro Familie). Die ETA enthält einen QR-Code für eine schnellere Einreisekontrolle. Staatsangehörige bestimmter Länder (z. B. Argentinien, Russland) können die ETA erst bei Ankunft am Flughafen beantragen.
Ab Mai 2025 müssen zudem alle ausländischen Besucher die Thailand Digital Arrival Card (TDAC) mindestens drei Tage vor ihrer Ankunft online ausfüllen. Diese ersetzt die Papierformulare und erfasst grundlegende Reisedaten.
Reisende sollten einen Nachweis über die Weiter- bzw. Rückreise sowie ausreichende finanzielle Mittel mitführen, da diese bei der Einreise kontrolliert werden können. Es gelten keine weiteren COVID-19-bezogenen Einreisebestimmungen, mit Ausnahme des Gelbfieberimpfnachweises für Einreisende aus Risikogebieten.
Erweiterungen und Einschränkungen
Der 60-tägige Aufenthalt kann gegen Gebühr bei der örtlichen Ausländerbehörde um 30 Tage verlängert werden, sodass insgesamt bis zu 90 Tage möglich sind. Verlängerungen sind jedoch auf zwei pro Kalenderjahr beschränkt: die erste um 30 Tage und die zweite um 7 Tage. Verlängerungen können für Einreisende über Landgrenzen, Personen mit einer Vorgeschichte von Visa-Runs oder Wiedereinreisen am selben Tag abgelehnt werden.
Aktuelle Änderungen und Durchsetzung im Jahr 2025
Ende 2025 ging Thailand verstärkt gegen Missbrauch der Einreisebestimmungen vor, insbesondere gegen übermäßige Aufenthalte (z. B. über 180 Tage pro Jahr durch Mehrfacheinreisen) und Schwarzarbeit. Zu den Maßnahmen gehörten verstärkte Kontrollen an Grenzübergängen wie Mae Sot, Beobachtungslisten für Wiederholungstäter und vermehrte Razzien gegen Personen, die sich über die Aufenthaltsdauer hinaus aufhielten. Im Jahr 2025 wurden aufgrund verdächtiger Muster rund 2.900 Einreiseverweigerungen ausgesprochen. Die Einreisebestimmungen ETA und TDAC wurden eingeführt, um die Einreise zu vereinfachen und gleichzeitig die Einreisen effektiver zu überwachen. Diese Maßnahmen sollen die Einreisebestimmungen für legitime Touristen schützen und gleichzeitig Langzeitbesucher dazu anregen, Optionen wie das Destination Thailand Visa (DTV) zu nutzen.
Zu den Strafen für Verstöße gehören Geldstrafen, Inhaftierung, Abschiebung und Wiedereinreiseverbote.
Mögliche zukünftige Anpassungen
Laut Regierungsangaben könnte die Aufenthaltsdauer von 60 Tagen im Laufe des Jahres 2025 auf 30 Tage verkürzt werden, um Missbrauch einzudämmen. Ein genaues Datum wurde Mitte Dezember jedoch noch nicht bestätigt. Reisende sollten sich regelmäßig über offizielle Quellen informieren.
Diese Politik schafft ein Gleichgewicht zwischen Zugänglichkeit und Kontrolle und macht Thailand somit attraktiv für Kurztrips, weniger jedoch für längere oder unregulierte Aufenthalte. Aktuelle Informationen erhalten Sie beim thailändischen Einwanderungsbüro oder Ihrer zuständigen thailändischen Botschaft.
